Alerta – SRF normalisiert Faschismus
Wow was für eine nervige Idee, eine Reportage über die «Junge Tat» zu machen – und sie dann noch «Zwischen Rassismus und Meinungsfreiheit» nennen!! Die rec-Doku schafft es sogar, während 30 Minuten nicht von Faschismus zu sprechen. Gegenstimmen von betroffenen Gruppen, kritischen Expert*innen oder aus dem Widerstand fehlen total. Nur ein Uniprof darf erklären, dass es in Demokratien auch Platz brauche für Faschos. Jetzt Beschwerde bei SRF einreichen.

Das SRF normalisiert den Faschismus.
Die rec-Doku spielt der «Jungen Tat» in die Hände. Diese will Faschismus im gesamten rechten Spektrum salonfähiger machen. In der Doku erscheint faschistisches Rechtssein auch cool. Die faschistische Forderung nach Remigration, die faschistische Panikmache vor einem vermeintlichen Bevölkerungsaustausch oder der faschistische Ethnodifferenzialismus erscheinen auch als eine mögliche Meinung unter vielen. Faschistische, rassistische und queerfeindliche Positionen sowie faschistische Symbole erscheinen auch unproblematisch.
3:1 für den Aggressor
Die «Junge Tat» ist das Problem, doch Aufbau und ungleiche Redezeiten der Doku wirken relativierend bis manipulativ. Zuerst gibt es 10 Minuten für das Portrait der «Junge Tat» auf harmlosem Wanderausflug für Neumitglieder Fleisch grillt. Im zweiten Teil unterhalten sich SRF-Journis über die Kritik an der «Jungen Tat». Eine einzige Expert*innenstimme betont lediglich, dass die Meinungsfreiheit für alle gelte. Dann folgt eine Täter-Opfer-Umkehr. Die «Junge Tat» darf ihren Faschismus rechtfertigen und mit rassistischen, queerfeindlichen Aussagen die Kritik an ihr relativieren. Zum Schluss zeigt sich der rec-Journi erleichtert. Die faschistische Kleingruppe habe ihm versichert, sich zur Gewaltlosigkeit und Demokratie zu bekennen. Dann mahnt er das Publikum. Die Unschuldsvermutung gelte auch für die «Junge Tat».
Weglassungen und Banalisierungen stärken die «Junge Tat».
Queere und rassifizierte Menschen kommen in der rec-Doku nicht zu Wort und das Erstarken von Queerfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus nicht genügend erklärt. Antifaschistischer Widerstand wird als amorphe Masse und «extrem» stigmatisiert. Kritische Faschismus-Analysen werden nicht präsentiert. Die Einflussnahme der «Jungen Tat» auf die SVP wird unkritisch als nichtig dargestellt. Ohne wirkliche Begründung wird die SVP als gemässigter als die AfD und FPÖ eingestuft.
Antifaschismus ist unser Halt auf der schiefen Bahn
Die «Junge Tat» war als Organisation bisher weder gross noch breit mobilisierungsfähig. Die Klickratenorientierung der Mainstreammedien machen die «Junge Tat» jedoch bedeutsam. Dies beschleunigt die wirklichen Probleme. Denn die grossen Gefahren liegen bei den Reichen und im Herzen der Gesellschaft, die extrem nach rechts tendiert.