Abolish GEAS! Gegen Europas Todespolitiken!

Mehrere hundert Personen demonstrierten in Bern gegen den neuen EU-Asylpakt

 

Am 12. Juni 2026 tritt der neue EU-Pakt zu Asyl und Migration (GEAS) in Kraft – auch in der Schweiz. Was die Politik als «Reform» verkauft, ist ein umfassender Angriff auf die Grundrechte von geflüchteten und migrierten Menschen. Heute Abend haben in Bern mehrere hundert Personen dagegen demonstriert. Organisiert hat die Demonstration die Gruppe «Bewegungsfreiheit für alle (Bfa!)», aufgerufen hat ein breites Bündnis von rund 40 Organisationen. 

Gegen 18:00 Uhr besammelten sich mehrere hundert Personen auf dem Waisenhausplatz. In der Einstiegsrede kritisierte die Gruppe Bewegungsfreiheit für alle (Bfa!)«Gewalt, Elend und Tod sind an den europäischen Aussengrenzen seit Jahrzehnten Alltag. In den letzten 30 Jahren wurden Zehntausende Menschen auf dem Weg nach Europa umgebracht oder dem Tod überlassen. Der Pakt wird diese Gewalt weiter steigern. Mit seiner Umsetzung wird das Recht auf Asyl faktisch abgeschafft.»

Der neue EU-Pakt zu Asyl und Migration beinhalte gefängnisartige Lager an den EU-Aussengrenzen, Beschleunigte Asylverfahren ohne Rechtsvertretung sowie mehr Ausschaffungen in sogenannte «sichere Drittstaaten». Zudem würden die Dublin-Regeln verschärft und die Überwachung ausgebaut.

Gegen die Hetze der SVP

Vom Waisenhausplatz zog die Demonstration weiter Richtung Altstadt bis zum Rathausplatz. Dort brachte ein Redner des Pangea Kollektiv, eine selbstorganisierte Gruppe von Migrant:innen, die Konsequenzen des Asylpaktes auf den Punkt: 

„Camarades, l’essence du pacte européen sur la migration et l’asile n’est pas la solidarité. Son essence n’est pas la protection. Son essence n’est pas le respect des droits humains. L’essence de ce pacte, c’est la dissuasion. L’essence de ce pacte, c’est le filtrage. L’essence de ce pacte, c’est l’exclusion.“

Thema während der Demonstration war auch die Initiative der SVP, über die am Sonntag abgestimmt wird. Simon Noori von Solidarité sans frontières äussert sich folgendermassen dazu: «Die Initiative verspricht, praktisch alle gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Probleme der Schweiz durch Migrationskontrolle lösen zu können. Sie schafft eine Plattform für Gewalt und Hass gegen Migrant*innen und Geflüchtete und vergiftet den politischen Diskurs.​​​​​​​»

Via Kornhausplatz liefen die Demonstrierenden durch die Aarbergergasse zurück zur Schützenmatte. Die Demonstration endete gegen 20.30 Uhr.  Zur Demonstration aufgerufen hat ein Bündnis von rund 40 Organisationen: Beratungsstellen für Fans-Papiers, politische Kollektive wie der Klimastreik Bern oder das Migrant Solidarity Network sowie migrantische Gruppen wie das Pangea Kollektiv, die sich gegen den rassistischen Pakt wehren:

„Heute erheben wir mit derselben Entschlossenheit unsere Stimme gegen die ausgrenzende Migrationspolitik der Europäischen Union und gegen die rassistische Initiative der SVP in der Schweiz. Denn wir wissen: Grenzen mögen uns trennen. Aber Solidarität verbindet uns. Rassismus mag versuchen, uns zu spalten. Aber der Kampf bringt uns zusammen. Und wir, Migrant*innen, Geflüchtete und Solidaritätsbewegungen, werden den Kampf für Gleichheit und Freiheit niemals aufgeben.“

Die Reden:

Rede der Organisation Bfa!
Rede des Pangea Kollektiv
Rede von Alarmphone


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Stand: 12. Juni
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